Zunehmende Fremdbestimmung

Besteht unsere Freiheit heute allein darin, zwischen Coca-Cola und Pepsi-Cola zu wählen? Zwar können wir auch darüber abstimmen, wer uns in den Parlamenten vertritt. Doch die wirklich wichtigen Entscheidungen fallen nicht mehr dort, sondern zunehmend in Verhandlungen mit Konzernvertretern, die in Parlamenten und anderen Entscheidungsgremien ein- und ausgehen und inzwischen die für sie relevanten Gesetzgebungen beeinflussen, wenn nicht gar selber formulieren.

 

Wir können in allen Supermärkten dieser Welt zwischen südafrikanischen Erdbeeren und peruanischem Spargel wählen. Dabei spüren wir kaum, dass die meisten Kulturpflanzenarten vom Aussterben bedroht sind, weil eine Hand voll Agrarkonzerne sich die Verfügungsmacht über die Ernährungsgrundlagen der Menschheit untereinander aufteilt. Wir können durch Hunderte von Fernsehprogrammen zappen und jede Zeitung lesen, die es zu kaufen gibt. Aber immer weniger Medienkonzerne entscheiden darüber, welche Nachrichten, Filme und Bücher überhaupt angeboten werden und welche nicht.

 

Hinter den Etiketten "Individualisierung" und "Liberalisierung" vollzieht sich aus unserer Sicht nicht selten eine Uniformierung und Fremdbestimmung unseres Lebens durch eine neue, zum ersten Mal in der Geschichte weltweit agierende Oligarchie, die auf der Verflechtung der globalen Konglomerate mit den Staatsapparaten und Wirtschaftsblöcken der reichen Industrieländer gründet.